Gemüse mit kräftigen Farben: Darum ist es so gesund

Gemüse

Wie spezielle pflanzliche Mikronährstoffe die Vitalfunktionen unseres Körpers stärken.

„Kindchen, iss dein Gemüse auf!“, diesen Spruch kennen wir wohl alle. Und wenn es für einige wahrscheinlich ein Leichtes war, die Vegetabilien vom Teller zu kratzen und sich zu Gemüte zu führen, waren andere eher froh, wenn gerade ein geneigter Hund oder eine Topfpflanze zur Hand waren, die schnell und sauber beim Verschwindenlassen helfen konnten.

Dass Gemüse gesund ist – auch wenn der Geschmack nicht jedem Menschen mundet – ist mittlerweile wohl unbestritten. Heute gehen wir der Faustregel auf den Grund, dass besonders jene Gemüsesorten besonders gesund seien, die mit kräftigen, teils strahlenden Farben aufwarten können.

Was macht kräftiges Gemüse so gesund?

Dabei lassen wir die Aspekte der Spurenelemente und Ballaststoffe mal beiseite. Auch diese Moleküle sind natürlich essentieller Bestandteil viele Gemüsesorten und unterstützen den Körper bei vielen Vitalfunktionen.

Nein, die strahlende Färbung des Gemüses wird zumeist durch eine andere Art von Mikronährstoffen bedingt: den sekundären Pflanzenstoffen. Laut der DGE, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, sind diese Art von Pflanzenstoffen zwar nicht essentiell für uns, also lebensnotwendig, allerdings beeinflussen auch sie eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen.

Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

Die Forschung kennt heute etwa 100.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, von denen fünf bis zehn Prozent in der menschlichen Nahrung vorkommen (nicht jede Pflanze ist auch essbar). Es können Substanzen mit ganz unterschiedlichen Strukturen sein, die in verschiedene Gruppen eingeteilt werden.

Von einigen hast du sicherlich schon einmal gehört: Es gibt beispielsweise die Flavonoide (Äpfel, Birnen, Trauben, Kirschen etc.), die Polyphenole (Kaffee, Tee, Nüsse), die Carotinoide (Karotten, Tomaten, Paprika etc), die Phytoöstrogene (Hülsenfrüchte und Getreide) oder auch das Chlorophyll (Spinat, Brokkoli etc.), wobei letztgenanntes keiner Übergruppe zuzuordnen ist.

Fast alle dieser Gruppen sind einerseits Mikronährstoffe, die wir im Körper verwenden können. Gleichzeitig wird hier die Brücke zu den kräftigen Farben des Gemüses geschlagen: Denn die meisten dieser Gruppen sind schlicht und einfach nichts Anderes als Farbstoffe.

Chlorophyll sorgt für eine grüne Färbung, Flavonoide für gelb, blau oder violett und Carotinoide für gelb, orange und rot. Gleichzeitig ist aber nicht jeder sekundäre Pflanzenstoff ein Farbstoff, sie können wie die Phenole auch einfach nur Aromastoffe sein.

Sekundäre Pflanzenstoffe als Antioxidantien und Radikalfänger

Im menschlichen Körper agieren diese Pflanzenstoffe dann wie kleine Wunderwaffen. Sie wirken nämlich oftmals als Antioxidantien, die freie Radikale im Körper binden und somit unschädlich machen.

Freie Radikale sind der Theorie nach eine Ursache für viele Krankheitsbilder wie Diabetes, Alzheimer etc. und auch verfrühte Alterungsprozesse. Es ist laut DGE bewiesen, dass die vermehrte Zufuhr von sekundären Pflanzenstoffe eine präventive Wirkung durch die Antioxidantien hat.

Dazu gesellt sich obendrein eine mögliche entzündungshemmende, immunmodulierende (also das Immunsystem stärkende) und blutdrucksenkende Wirkung von Flavonoiden und Carotinoiden.

Sekundäre Pflanzenstoffe als Krebsmittel

Und mittlerweile kann man sogar noch einen Schritt weitergehen: Immer wieder tauchen auch Studien auf, die sekundäre Pflanzenstoffe als hervorragendes Präventionsmittel für Krebs sehen. Die DGE ist das etwas vorsichtiger, bestreitet aber diese Art der Wirkung zumindest nicht. E

ine mögliche protektive Wirkung vor bestimmten Krebsarten schreibt die DGE vielen bekannten Pflanzenstoffen wie Flavonoiden, Carotioniden, Phenolsäuren, aber auch Glucosinolaten (Rettich, Kohl) oder Sulfiden (Zwiebeln, Lauch) zu.

Auch wenn bisher keine hundertprozentige valide Forschung vorliegt: Es scheint, dass es zumindest nicht schaden kann, wenn jedes Kindchen (und jeder Erwachsene) sein Gemüse artig aufisst…

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