Adrenalin, Cortisol und Co.: Das macht übermäßiger Stress mit deinem Körper

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Die Welt wird immer komplexer – und wir sind mittendrin. Die Anforderungen an jeden Einzelnen von uns werden höher und unsere Terminkalender beständig voller. Die Folge: Immer mehr Menschen sind chronisch gestresst. Die ständige Vernetzung durch Smartphones, die Informationsflut in den Medien, der Optimierungswahn und die „Fear of missing out“ tragen dafür Sorge, dass wir selbst in unserer Freizeit ständig unter Spannung stehen.

Das hat fatale Folgen für unseren Geist und unseren Körper. Zunächst einmal sollten wir Stress allerdings nicht per se verteufeln. An sich ist Stress etwas Gutes – denn die evolutionär bedingten physiologischen Stressreaktionen haben uns in der Vergangenheit das Überleben gesichert.

Allerdings ist dieses Prinzip in der heutigen Zeit mehr als hinfällig. Wer ständig unter Strom steht, gewissermaßen immer „auf der Flucht“ ist, büßt ein erhebliches Maß an Entspannung und Lebensqualität ein.

Welche Auswirkungen hat Stress auf unseren Körper?

Statistiken belegen eindeutig einen Anstieg der psychischen Erkrankungen mit zunehmendem Druck in unserer Gesellschaft. Aber auch auf körperlicher Ebene macht sich chronischer Stress mit voller Wucht bemerkbar.

Allgemeine Symptome sind Herz- und Kreislauferkrankungen, mangelndes Wohlbefinden, Schlafstörung, Appetitlosigkeit und chronische Müdigkeit. Oft machen sich auch konkretere Anzeichen wie Reizdarmsyndrom, Bluthochdruck, Kreuz- und Nackenschmerzen oder immer wiederkehrender Nachtschweiß bemerkbar.

Die Ursachen: Sympathikus vs. Parasympathikus

Das vegetative Nervensystem steuert den inneren Betrieb unseres Körpers, hält alle lebenswichtigen Organfunktionen aufrecht und passt den Körper an wechselnde Umweltbedingungen an. Es besteht aus zwei Teilen, dem Sympathikus und dem Parasympathikus, die ähnlich dem Yin- und Yang-Prinzip einerseits Gegenspieler sind, andererseits aber nicht ohne den jeweils anderen funktionieren würden.

Die Ausgeglichenheit dieses Systems – in der Fachwelt auch Homöostase genannt –  ist essentiell wichtig, damit alle Prozesse in unserem Körper vernünftig ablaufen. Doch bei vielen Menschen ist diese Balance akut aus dem Ruder gelaufen.

Wenn wir gestresst sind, ist vor allem der Sympathikus aktiviert. Er hat verschiedene Funktionen wie die Erhöhung der Herzfrequenz, die Bereitstellung von Energie für die Muskeln oder die Senkung der Verdauungsleistung, um „unnötige“ Energie zu sparen. Wenn der Parasympathikus aktiviert ist, senkt sich der Blutdruck, geht die Herzfrequenz runter und wir können wieder aktiv entspannen.

Wichtig: Ausgeglichener Adrenalin- und Cortisolspiegel

Vorrangig zwei dem Sympathikus zugehörige Hormone bringen unser System bei Stress aus dem Gleichgewicht. Bei kurzfristigen Stressmomenten wird eine Menge Adrenalin in unseren Körper gepumpt. Es verstärkt die Wirkung des Sympathikus durch Steigerung der Herzfrequenz, Erweiterung der Pupillen und Förderung des Glykogenabbaus. Gleichzeitig wird bei länger anhaltenden Stress vor allem die Produktion des Anti-Stress-Hormons Cortisol enorm angeregt.

Ein Adrenalin- und Cortisolüberschuss über einen langen Zeitraum sorgen nachweislich für ein schwächeres Immunsystem, für Bluthochdruck, für eine Unterversorgung des Darms, Übergewicht und viele weitere negative Aspekte, die die oben genannten Symptome chronischen Stresses fördern.

Doch natürlich gibt es auch Auswege

Der gesunde Abbau von Stress funktioniert nur über aktive Entspannung. Yoga, Meditation, Tai Chi, Qi Gong und autogenes Training sind beispielsweise hervorragende Aktivitäten für die Entlastung.

Auch im Sport und Fitness-Bereich gibt es verschiedene Herangehensweisen und Motivationen. Wofür mache ich den Sport? Um anderen zu gefallen? Um etwas zu leisten? Oder aber, um mich einfach in und mit mir selber rundum wohl zu fühlen? Der Glaubenssatz, dass wir nur etwas wert seien, wenn wir aktiv sind, wenn wir performen und Leistung bringen, ist ein krasser Gegensatz zur Konzeption unseres Körpers.

Schau nicht nur auf deine Performance, sondern gönne dir beispielsweise auch mal eine ausgedehnte und moderate Ausdauereinheit im Laufen, Schwimmen oder Rad fahren.

Plane dir dazu deine Pausen über den Tag verteilt ein, schule deine Achtsamkeit und gibt deinem Parasympathikus den Raum, den er benötigt, um die Stresshormone auf gesunde Art und Weise abzubauen. Dein Körper wird es dir danken!

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